In Deutschland muss jeder Mensch, der hier wohnt, krankenversichert sein. Für Neuankömmlinge ist das System zuerst verwirrend. Hier sind die wichtigsten Informationen.
Gesetzlich oder privat?
Etwa neun von zehn Menschen sind in einer gesetzlichen Krankenversicherung, zum Beispiel bei der AOK, der TK oder der Barmer. Angestellte sind normalerweise automatisch gesetzlich versichert, solange ihr Einkommen unter einer bestimmten Grenze liegt. Die Krankenkasse darf man selbst wählen. Wer sehr gut verdient, selbstständig ist oder als Beamter arbeitet, kann sich auch privat versichern.
Wie viel kostet das?
In der gesetzlichen Versicherung hängt der Beitrag vom Gehalt ab: Wer mehr verdient, zahlt mehr. Ungefähr die Hälfte übernimmt der Arbeitgeber, und der Beitrag wird direkt vom Lohn abgezogen. Ein großer Vorteil ist die Familienversicherung: Kinder und Ehepartner ohne eigenes Einkommen sind kostenlos mitversichert. In der privaten Versicherung richtet sich der Preis dagegen nach Alter und Gesundheit, und jedes Familienmitglied braucht einen eigenen Vertrag.
Was bekommt man?
Nach der Anmeldung schickt die Krankenkasse eine Versichertenkarte mit Foto. Diese Karte nimmt man zu jedem Arztbesuch mit. Die meisten Behandlungen bezahlt die Kasse direkt. Für Medikamente gibt es meistens eine kleine Zuzahlung von fünf bis zehn Euro, Kinder müssen nichts zuzahlen. Beim Zahnarzt bezahlt die Kasse nur die Grundversorgung, für Zahnersatz zahlt man oft einen Teil selbst.
Zu welchem Arzt gehe ich?
Bei den meisten Beschwerden geht man zuerst zum Hausarzt. Er kann Patienten bei Bedarf mit einer Überweisung zum Facharzt schicken, zum Beispiel zum Hautarzt oder Orthopäden. Termine beim Facharzt kann man auch über die Terminservicestelle unter der Nummer 116117 bekommen. Dort erreicht man außerdem nachts und am Wochenende den ärztlichen Bereitschaftsdienst.
Und im Notfall?
Bei einem echten Notfall, etwa bei Atemnot, starken Brustschmerzen oder einem schweren Unfall, ruft man sofort die 112 an. Der Anruf ist kostenlos.
Unser Tipp: Vergleichen Sie die Krankenkassen. Die Leistungen sind sehr ähnlich, aber der Zusatzbeitrag und der Service unterscheiden sich.