German reading · B1 · 5 min

🏠 Homeoffice – Segen oder Fluch?

Working from home – blessing or curse?

Als ich vor drei Jahren zum ersten Mal von zu Hause gearbeitet habe, war ich begeistert. Kein Stau, kein volles Großraumbüro, keine Kollegen, die laut telefonieren. Stattdessen Kaffee aus meiner eigenen Maschine und Mittagessen am Küchentisch. Heute sehe ich das Thema etwas differenzierter.

Natürlich hat das Homeoffice große Vorteile. Ich spare jeden Tag fast zwei Stunden Fahrzeit – Zeit, die ich jetzt mit meinen Kindern verbringe oder zum Joggen nutze. Ich kann mich besser konzentrieren, weil mich niemand unterbricht. Und wenn der Handwerker zwischen acht und zwölf Uhr kommen will, muss ich mir nicht extra freinehmen. Für Eltern, für Menschen mit langen Arbeitswegen oder mit einer Behinderung ist das ein echter Gewinn.

Aber es gibt auch eine Kehrseite. Mit der Zeit habe ich gemerkt, dass mir etwas fehlt: die kleinen Gespräche in der Kaffeeküche, das gemeinsame Lachen, die schnelle Frage über den Schreibtisch hinweg. In Videokonferenzen redet man über Aufgaben, aber selten darüber, wie es einem wirklich geht. Neue Kolleginnen und Kollegen lernt man kaum kennen. Außerdem verschwimmt die Grenze zwischen Arbeit und Freizeit. Wer im Wohnzimmer arbeitet, liest abends um zehn „nur noch schnell“ seine E-Mails.

Auch für Berufsanfänger halte ich reines Homeoffice für problematisch. Wie soll man lernen, wie ein Team funktioniert, wenn man es nur als kleine Kacheln auf dem Bildschirm sieht?

Meine Lösung ist deshalb ein Kompromiss: zwei Tage im Büro, drei Tage zu Hause. Im Büro treffe ich mich mit meinem Team, wir planen gemeinsam und gehen zusammen essen. Zu Hause erledige ich die Aufgaben, für die ich Ruhe brauche. Wichtig ist dabei, dass man klare Regeln hat – zum Beispiel feste Zeiten, in denen man erreichbar ist, und einen echten Feierabend.

Das Homeoffice ist also weder Segen noch Fluch. Es ist ein Werkzeug. Und wie jedes Werkzeug ist es nur so gut wie die Art, wie wir es benutzen.

Jana Klein, Redakteurin

Word list

begeistertenthusiastic, delighted
der Stautraffic jam
das Großraumbüroopen-plan office
der Vorteiladvantage
unterbrechento interrupt
sich freinehmento take time off
der Gewinngain, benefit
die Kehrseitedownside
fehlento be missing
verschwimmento become blurred
die Grenzeborder, boundary
der Berufsanfängerperson starting their career
der Kompromisscompromise
erledigento get done, to complete
erreichbarreachable, available
der Feierabendend of the working day
das Werkzeugtool

Questions

  1. Wie fand die Autorin das Homeoffice am Anfang?
    • Langweilig.
    • Anstrengend.
    • Toll.
    Show answer

    ✅ Toll. – „… war ich begeistert.“

  2. Welchen Vorteil nennt sie NICHT?
    • Sie verdient mehr Geld.
    • Sie spart Fahrzeit.
    • Sie kann sich besser konzentrieren.
    Show answer

    ✅ Sie verdient mehr Geld. – She mentions saving travel time and concentrating better, but never more money.

  3. Was vermisst sie im Homeoffice?
    • Ihren Schreibtisch im Büro.
    • Die persönlichen Gespräche mit Kollegen.
    • Die Videokonferenzen.
    Show answer

    ✅ Die persönlichen Gespräche mit Kollegen. – „… die kleinen Gespräche in der Kaffeeküche, das gemeinsame Lachen …“

  4. Warum ist reines Homeoffice für Berufsanfänger schwierig?
    • Sie haben zu Hause keinen Computer.
    • Sie verdienen zu wenig.
    • Sie lernen das Team nicht richtig kennen.
    Show answer

    ✅ Sie lernen das Team nicht richtig kennen. – „Wie soll man lernen, wie ein Team funktioniert, wenn man es nur als kleine Kacheln auf dem Bildschirm sieht?“

  5. Was ist die Hauptaussage des Textes?
    • Homeoffice ist gut, wenn man es mit klaren Regeln und Bürotagen kombiniert.
    • Alle sollten wieder jeden Tag ins Büro gehen.
    • Homeoffice ist nur für Eltern sinnvoll.
    Show answer

    ✅ Homeoffice ist gut, wenn man es mit klaren Regeln und Bürotagen kombiniert. – „Meine Lösung ist deshalb ein Kompromiss … Wichtig ist dabei, dass man klare Regeln hat.“

Your turn: Would you like to work from home? Write your opinion (8–10 sentences) with at least two advantages, two disadvantages and your own conclusion.

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