German reading · B1 · 5 min

📵 Sieben Tage ohne Smartphone

Seven days without a smartphone

Neulich habe ich in meiner Bildschirmzeit-App gesehen, dass ich mein Handy im Durchschnitt fünf Stunden am Tag benutze. Fünf Stunden! Das sind mehr als zwei volle Monate im Jahr. Da habe ich beschlossen: Eine Woche lang lasse ich das Smartphone in der Schublade.

Ganz ohne Technik ging es natürlich nicht. Für Notfälle habe ich mir ein altes Tastenhandy von meinem Onkel geliehen, mit dem man nur telefonieren und SMS schreiben kann. Meinen Freunden und meiner Chefin habe ich vorher Bescheid gesagt, damit sich niemand Sorgen macht.

Die ersten zwei Tage waren hart. Ständig griff meine Hand in die leere Hosentasche. An der Bushaltestelle wusste ich nicht, wohin mit meinen Augen. Und morgens hat mich zum ersten Mal seit Jahren wieder ein echter Wecker geweckt – ein schreckliches Geräusch. Am zweiten Abend hatte ich richtig schlechte Laune, weil ich das Gefühl hatte, etwas Wichtiges zu verpassen.

Ab dem dritten Tag wurde es besser. Ich habe in der S-Bahn ein Buch gelesen, und zwar ein ganzes in drei Tagen. Ich habe mich mit Fremden unterhalten, zum Beispiel mit einer älteren Dame, die mir von ihrer Jugend in Hamburg erzählt hat. Ohne Navigations-App habe ich mich zweimal verlaufen, aber dabei auch ein tolles kleines Café entdeckt. Und ich habe deutlich besser geschlafen, weil ich abends nicht mehr im Bett durch Videos gescrollt habe.

Natürlich gab es auch Nachteile. Mein Bahnticket war nur auf dem Handy, deshalb musste ich am Automaten ein Papierticket kaufen. Und meine Mutter in São Paulo war gar nicht begeistert, weil wir eine Woche nicht per Video telefonieren konnten.

Was habe ich gelernt? Ich will nicht ohne Smartphone leben, denn es ist einfach zu praktisch. Aber ich habe jetzt ein paar feste Regeln: kein Handy beim Essen, keins im Schlafzimmer und keine Benachrichtigungen von sozialen Netzwerken. Meine Bildschirmzeit liegt jetzt bei ungefähr zwei Stunden. Probiert es doch auch einmal aus – vielleicht erst nur ein Wochenende!

Euer Lucas

Word list

die Bildschirmzeitscreen time
im Durchschnitton average
beschließento decide
die Schubladedrawer
das Tastenhandybasic mobile phone (with buttons)
Bescheid sagento let someone know
sich Sorgen machento worry
die Launemood
verpassento miss (out on)
sich unterhaltento have a conversation
sich verlaufento get lost (on foot)
entdeckento discover
deutlichclearly, noticeably
der Nachteildisadvantage
die Benachrichtigungnotification
schrecklichterrible

Questions

  1. Warum hat Lucas das Experiment gemacht?
    • Sein Handy war kaputt.
    • Er war erschrocken, wie viel Zeit er am Handy verbringt.
    • Seine Chefin hat es ihm empfohlen.
    Show answer

    ✅ Er war erschrocken, wie viel Zeit er am Handy verbringt. – „… dass ich mein Handy im Durchschnitt fünf Stunden am Tag benutze. Fünf Stunden! … Da habe ich beschlossen …“

  2. Wie fühlte er sich am Anfang?
    • Unruhig und schlecht gelaunt.
    • Sofort entspannt.
    • Sehr glücklich und frei.
    Show answer

    ✅ Unruhig und schlecht gelaunt. – „Die ersten zwei Tage waren hart … hatte ich richtig schlechte Laune …“

  3. Welche positive Erfahrung hat er NICHT gemacht?
    • Er hat besser geschlafen.
    • Er hat ein Café entdeckt.
    • Er hat jeden Tag Sport gemacht.
    Show answer

    ✅ Er hat jeden Tag Sport gemacht. – He read a book, talked to strangers, found a café and slept better – sport is not mentioned.

  4. Warum war seine Mutter nicht begeistert?
    • Sie konnten nicht per Video telefonieren.
    • Er hat ihren Geburtstag vergessen.
    • Er hat ihr altes Handy genommen.
    Show answer

    ✅ Sie konnten nicht per Video telefonieren. – „… weil wir eine Woche nicht per Video telefonieren konnten.“

  5. Was ist das Ergebnis des Experiments?
    • Lucas hat sein Smartphone verkauft.
    • Lucas benutzt das Handy weiter, aber mit klaren Regeln.
    • Lucas will jeden Monat eine Woche ohne Handy leben.
    Show answer

    ✅ Lucas benutzt das Handy weiter, aber mit klaren Regeln. – „Ich will nicht ohne Smartphone leben … Aber ich habe jetzt ein paar feste Regeln.“

Your turn: How do you use your phone? Write 6–8 sentences about your screen time, what you like and don’t like about it, and one rule you could try.

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